formigas 2.0: It's Pooltime!

Jens Hensler

06. September 2018

Was braucht ein Team, um motiviert und zufrieden zu sein und auch bei Überraschungen standhaft zu bleiben? Darüber haben wir anlässlich unseres Firmen-Updates gegrübelt. Und eine Antwort gefunden: die Self-Selection! Was das bedeutet? Unsere Teams werden nicht mehr von oben ernannt, sondern jeder aus unserer Crew darf entscheiden, welches Projekt er voranbringt.

It's Pooltime! Geht Formigas baden? Ja, in der Mittagspause. Im Bodesee. Aber wenn wir von Pooltime sprechen, meinen wir unsere Teamstruktur: Unsere Projekte haben wir in Pools verwandelt, sogenannte »self-directed work teams«. Jeder Pool hat eine gemeinsame Mission und darf für sich entscheiden, wie er diese erreichen will. Ein Product Owner (PO) hat jederzeit die Anliegen seines Pools im Blick. Er wirbt für ihn und entscheidet, ob neue Mitarbeiter angestellt werden. Unsere Pools sind cross-funktionale Teams mit drei bis acht Mitgliedern. In jedem Pool sitzen genau die Disziplinen, die gebraucht werden. So kommen die Pools schnell und effizient voran – ganz im Sinne des Lean-Startup-Gedankens.

Bevor alles ins Fließen kam, mussten wir einiges klären. Beispielsweise wie wir alle optimal in die Pools aufteilen. Wir entschieden uns für eine Self-Selection: Unsere Crew sollte sich selbst in Teams zusammenfinden. Heute, sechs Monate später, blicken wir auf unseren Self-Selection-Workshop und auf die Ergebnisse der Pooltime zurück.

Bildschirmfoto-2018-06-22-um-15.45.23Unser Pooltime Prozess (Self-Selection) in fünf einfachen Schritten.

Als wir unsere neue Teamstruktur vorbereitet haben, legten wir fest, dass wir für einen gesunden Findungsprozess zwei Konstanten brauchen: die Product Owner als Kopf ihres Pools und einen Loop, der aus Vertretern der Disziplinen besteht und den Prozess immer wieder neu bewertet. Loop und POs wählten wir im Vorhinein aus und haben gemeinsam die Jahresziele und ein Pool-Grundgerüst definiert. Dabei legten wir auch fest, welches Team zu Beginn welche Rollen (Design, Marketing, Entwicklung, Business und Support) benötigt, um sein Ziel zu erreichen.

Formigas_Organigramm-Pr-se_03Self-Selection zum Hand anlegen

Um die Rollen im Pool zu besetzen, haben die Product Owner zu Beginn des Self-Selection-Workshops fünf Minuten gepitcht: sie machten die Crew auf ihre Pool-Missionen heiß. Danach stellten sie sich den Fragen der Mitarbeiter, bevor sich jeder aus unserer Crew für einen Pool entschied. Gemeinsam haben wir geprüft, ob alle Pool-Kriterien erfüllt sind und Überschneidungen wurden diskutiert. Diesen Prozess wiederholten wir so lange, bis die optimale Aufteilung gefunden war.

Lessons Learned

Vor dem Prozess hat uns der letzte Schritt, die Self-Selection, am meisten Bauchschmerzen bereitet: Gelingt uns eine Aufteilung, mit der jeder zufrieden ist? Das Risiko, dass ein Mitarbeiter nicht seine Wunschrolle besetzen kann und sich kurzfristig unwohl mit der neuen Struktur fühlt, war uns bewusst. Langfristig haben für uns aber die Vorteile überwogen. Ein halbes Jahr nach dem Sprung in ins kalte Wasser können wir euch raten: Springt!

Unsere Crew hat die Köpfe zusammen gesteckt und diskutiert, welche Aufteilung funktionieren kann und was das Beste für unsere Unternehmung ist. Wichtig war uns hierbei eine direkte und klare Aussprache. Dank dieser offenen Kommunikation – unterstützt von einer guten Moderation – fühlten sich alle wahrgenommen.

Formigas_Organigramm-Pr-se_01Geschafft - nach zwei Runden waren unsere Pool-Kriterien erfüllt und die Pools konnten mit ihrer Mission loslegen!

Nun haben wir die Pooltime evaluiert. Das Ergebnis nach sechs Monaten: Unsere Pools identifizieren sich deutlich stärker mit ihrem digitalen Produkt, sind motivierter und untereinander besser vernetzt. Auch wenn manche von uns an der Pooltime zweifelten, sind wir nun alle überzeugt.

Für uns hat sich der Sprung gelohnt. Die Pooltime ist eine flexible Teamstruktur, die zu unserem dynamischen Unternehmen passt. Wenn Du mehr über die Self-Selection erfahren willst, dann empfehlen Dir das Buch »Creating Great Teams« von Sandy Mamoli und David Mole.

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